Zuletzt aktualisiert 18. April 2023 |
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Hühnergötter, Schlangeneier und Hexensteine
Hast du schonmal von Hühnergöttern, “Druidengläser”, “Hexensteine” oder “Schlangeneier” gehört? Sie sind eine besondere Art von Feuersteinen mit einem oder mehreren Löchern natürlichen Ursprungs und können mit etwas Glück auch hier bei uns in Dänemark an den Stränden gefunden werden.
Die von der Natur gelochten Feuersteine bestehen überwiegend aus Quarz, Opal und Moganit, einem Mineral aus der Familie der Kieselsäuren. Sie sind sehr hart und spröde. Wenn sie auf andere Steine geschlagen werden, splittern sie, haben glatte Bruchflächen und sehr scharfe Kanten. Werden die Steine mit einer streifenden Bewegung aneinandergeschlagen, entsteht eine hohe Reibungshitze und die Splitter fangen an zu glühen.
Im Inneren eines Feuersteins gibt es oft fossile kalkhaltige Einschlüsse ehemaliger Meeresbewohner, die deutlich weicher sind als der Feuerstein selbst. Durch Verwitterung und Brandung, werden diese weichen Bestandteile des Steines herausgespült und hinterlassen im Stein ein oder sogar mehrere Löcher.
Woher kommt der Name Hühnergott?
In Dänemark nennen wir die Lochsteine ganz einfach “Hulsten“. Früher auch “Hulko”, ein altes jütländisches Wort für einen Stein mit einem Loch darin, der damals ein beliebtes Kinderspielzeug war, da man durch das Loch eine Schnur ziehen und ihn, wie früher eine Kuh, herumziehen konnte.
Einen näheren Zusammenhang zum deutschen Begriff “Hühnergott” findet sich bei den Slawen. Ein alter slawischer Volksglaube versprach Schutz vor dem gefürchteten Poltergeist Kikimora, wenn man einen solchen Lochstein an die Stalltür oder in direkter Nähe der Hühnernester hängte.
Neben dem Schutz des Hausgeflügels, haben die Lochsteine auch in ganz Europa eine schutzbringende Rolle gespielt. Ob als Amulett getragen zum Schutz vor Hexen und Geistern, oder in Vieh, Hühner- und Pferdeställen aufgehängt, um Unglücke fern zu halten.
Die Herkunft des Namens ist jedoch nicht vollständig geklärt. Denn in den deutschen Wörterbüchern vor 1965 fehlt die Eintragung „Hühnergott“. Doch wissen wir, dass unsere Vorfahren bereits Lochsteine aus oben genannten Gründen gesammelt haben. Die Bezeichnung „Hühnergott“ fand erst in den späten 1960 er Jahren Einzug in die deutsche Sprache.
Der Verlag Volk und Welt hat den Übersetzer Thomas Reschke beauftragt, die 30-seitige Erzählung „Der Hühnergott“ (куриный бог) des russischen Autors Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko zu übersetzen. 1966 erschien das Werk dann in deutscher Sprache. In den Folgejahren gab es viele weitere Auflagen in die sich großer Beliebtheit erfreuten.
Auszug aus der Erzählung „Der Hühnergott“:
“Ein Hühnergott – das ist ein Meeressteinchen mit einem kleinen Loch. Man sagt, die Krimtartaren hätten geglaubt, daß ein solches Steinchen, mit einem Faden an die Hühnerstange gehängt, das Federvieh zu verbesserter Legetätigkeit ansporne. Daher auch der Name Hühnergott. Später kam der Glaube hinzu, ein Hühnergott bringe auch den Menschen Glück. Mir scheint, ein bißchen glaubt jeder an solche Glücksbringer: die einen mit kindlich-vertrauensseliger Offenheit, die anderen heimlich, mit mürrischer Verbissenheit. Ich glaube heimlich daran.”
Bringen Hühnergötter Glück?
Streng genommen, ist es wohl nicht belegbar, dass Hühnergötter weder Glück noch Pech bringen. Sie sind aus Stein und somit tote Materie. Trotzdem kann man natürlich glücklich sein, wenn man nach stundenlangem Suchen am Strand einen Hühnergott gefunden hat und vielleicht ist das der Anfang von ganz viel Glück?

Die Lochsteine sind ein beliebtes Mitbringsel aus dem Urlaub und erinnern an unvergessliche Tage hier an der dänischen Westküste, kombiniert mit einem schönen und strandnahen Ferienhaus in Dänemark von Esmark.
Wo kann man in Dänemark Hühnergötter finden?
Generell hat man an allen Stränden wo sich Steine sammeln, Chancen so einen Lochstein zu finden. Hier bei uns an der dänischen Westküste sind reine Steinstrände eher die Ausnahme, doch manchmal kann es sein, dass auch an Sandstränden in den hinteren Strandbereichen, viele grosse Steine und auch Hühnergötter von Stürmen zurückgelassen werden.
Vielleicht hast du ja einen Tipp für uns und unsere Gäste, wo man hier bei uns in der Region die besten Chancen hat, einen Hühnergott zu finden?
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